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Vortrag beim Verein Landwirtschaftlicher Fachbildung / Schlechtestes Jahr für Milchviehhalter
Gabi Regele ist bekennender „Kuh-Fan“. Als Milchkontrolleurin beim Landesverband für Leistungsprüfungen ist sie mit der Milchviehhaltung auf der Ostalb vertraut. Grund genug, durch Mitarbeit auf einer Schweizer Alp in Wallis eine völlig andere Form der Milcherzeugung kennen zu lernen.
OSTALBKREIS. Die verschiedenen Besitzer der Alp „Alpage du cave du sex“ oberhalb von Mollens haben sich zu einer 450 ha großen Alpgenossenschaft zusammengeschlossen. Auf dieser Alp werden 150 Ziegen, 30 Milchkühe, 150 Rinder sowie 20 Molkeschweine gehalten. Auf der Alp arbeiten von Mai bis September durchschnittlich fünf Personen. Der 17-Stunden-Tag beginnt zwischen vier und fünf Uhr morgens mit dem Zusammentreiben der Tiere und dem Melken. Der Tag ist ausgefüllt mit dem Hüten der Ziegen, dem Umsetzen kilometerlanger Weidezäune und der Käseherstellung. Die Weidesaison beginnt im Mai mit der Vegetation im Tal. Der Weidebetrieb arbeitet sich dann bis 3000 Meter empor und steigt dann wieder im Herbst bis ins Tal ab. Die Alpkäserei liegt auf 2000 m Höhe und hat einen kleinen Restaurantbetrieb.
Wo ein 17-Stunden-Tag an der Tagesordnung ist
Die Alp wird jedes Jahr neu verpachtet. Die Vorlage eines sogenannten Beälpungsplanes ist zwingend erforderlich, um Bewirtschaftungszuschüsse zu bekommen. Ohne diese wären ein wirtschaftlicher Betrieb der Alp und die damit verbundene Landschaftspflege unmöglich. Die Pächter der Alp sind in gewisser Weise „Aussteiger“, die das ursprüngliche, einfache, aber arbeitsreiche Leben in grandioser Natur jedem Bürojob vorziehen. Gabi Regele fasste Ihre Erfahrungen humorvoll zusammen: „Auf der Alp schläft man kurz, aber intensiver!“
Vorsitzender Florian Weiß blickte in seinem Rechenschaftsbericht auf das schlechteste Jahr zurück, das Milchviehhalter je hatten. Auch das Jahr 2010 werde schwierig. Es ist zu erwarten, dass die Futterkosten steigen und die Biogas-Betriebe mit den Milchviehhaltern vermehrt um die Flächen konkurrieren. Florian Weiß, Essingen-Sixenhof, Nina Maier, Lauterburg, und Manfred Berreth, Engelhardsweiler schieden nach 10 Jahren aus dem Vorstand aus. Petra Mayer, Ellwangen-Lindenhof, Alois Brenner, Engelhardsweiler, sowie Alois Wohlfrom, Bopfingen-Edelmühle wurden einstimmig in den Vorstand gewählt. Manfred Regele, Laubach, und Dr. Hans Börner vom Geschäftsbereich Landwirtschaft des Landratsamtes wurden in ihren Ämtern als stellvertretender Vorsitzender bzw. Geschäftsführer bestätigt.
Die neue Vorsitzende Petra Mayer konnte Rudolf Schips, Rosenberg, Uli Schmid, Waldstetten-Weilerstoffel, und Sonja Huber aus Irmannsweiler als „frischgebackene“ Landwirtschafts–meister begrüßen. Matthias Kaufmann, Aalen-Wasseralfingen, Christian Kinzler, Hüttlingen, und Christian Seibold, Essingen-Forst, stellten sich nach bestandener Abschlussprüfung erstmals vor. Franz Seibold, Abtsgmünd, wurde für 50-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Ernte-Berichterstatter für das Statistische Landesamt geehrt. Für Ihrer Mitwirkung an der Gläsernen Produktion 2009 bzw. an der Aktion „Brunch auf dem Bauernhof 2009“ bekamen Franz und Silvia Erhardt, Ellwangen-Killingen, Sebastian Egetenmeyr, Ellwangen-Killingen, Alfred Mößner, Abtsgmünd-Laubach, Alois Brenner, Ellwangen, Manfred Holz, Essingen, die Gärtnerei Hermann Schmid, Heubach-Lautern, sowie der Bezirksbienenzüchterverein Neresheim-Härtsfeld von Minister Peter Hauk ausgezeichnet. Die Jahreshauptversammlung schloss mit einem Ausblick auf die anstehenden, vielfältigen Weiterbildungsveranstaltungen und geselligen Aktivitäten des Vereins.

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