Die Pläne für zwei Solarparks sind weit gediehen
Ehingen. Voraussichtlich schon im März sind im Ehinger Gemeinderat Bebauungspläne für Solarparks ein Thema. Zwei Projekte sind sehr konkret geworden.
Nur wenige Monate nach dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats, der im September drei Vorrangflächen für Photovoltaik-Anlagen im Außenbereich beschlossen hat, sind die Vorhaben in Granheim und Deppenhausen so weit gediehen, dass jetzt Architekten mit Entwürfen für Bebauungspläne beauftragt werden. Sowohl der Reutlinger Stadtplaner Clemens Künster als auch der Landschaftsarchitekt Norbert Haindl in Wemding bestätigten gestern Vorarbeiten für die Solarparks.
Ziel ist, möglichst schon in der Gemeinderatssitzung vom 25. März die Aufstellungsbeschlüsse zu fassen. Parallel dazu verläuft, wie berichtet, das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans. Das hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung im Jahr 2009 in Gang gesetzt, was jetzt noch fehlt, ist ein entsprechender Beschluss des gemeinsamen Ausschusses der Verwaltungsgemeinschaft mit Öpfingen, Griesingen und Oberdischingen. Bleiben Einsprüche aus und wird das Verfahren zügig bearbeitet, könnten die Anlagen noch in diesem Jahr ans Netz gehen.
Allerdings gibt es in beiden Fällen noch viel zu tun. Weil mit dem Bekanntwerden der Vorrangflächen ein regelrechter Bieterwettbewerb eingesetzt hat, in dem Grundstückseigentümer mit Pachtpreisen von in Einzelfällen weit über 3000 Euro je Hektar und Jahr gelockt wurden, haben die rund 32 Hektar bei Deppenhausen einen solchen Wertzuwachs erfahren, dass es geboten ist, sie aus der Flurneuordnung herauszunehmen - kein Eigentümer ist mehr bereit, solche Flächen in einen Tausch einzubringen. Außerdem gibt es in Deppenhausen den Wunsch, den Zuschnitt des Gebiets zu ändern, was nach Angaben Fiesels nur im Verfahren möglich ist.
Um welche Summen es dabei geht, zeigt der geplante "Energiepark Ehinger Alb" mit Standort Granheim. 24 der 32 Hektar Fläche hat Rolf Böhringer, Geschäftsführer der Alb-Naturenergie aus Laichingen, schon fest, so dass er zuversichtlich ist, bald starten zu können. 12 000 Kilowatt-Peak installierte Leistung sollen dort entstehen, das verlangt Investitionen von mindestens 24 Millionen Euro. Die Verträge sehen vor, dass die Grundstücke nach der Ernte für 22 Jahre übernommen werden - dafür gibt es, in Abhängigkeit der konkreten Konditionen bei der Einspeisevergütung, für die Eigentümer eine Pacht zwischen 2000 und 2500 Euro je Hektar und Jahr. Zum Vergleich: Baut ein Landwirt Weizen an, erzielt er nach einer Formel des Bauernverbands auf einem Hektar einen Umsatz von rund 1300 Euro.
Die Granheimer Anlage würde mit ihren 12 Megawatt so viel Strom erzeugen, dass dieser voraussichtlich nicht in Granheim selbst eingespeist werden kann. Deshalb kalkuliert Böhringer auch mit Kosten für den Bau einer 13 Kilometer langen Leitung zur 110-KV-Station der ENBW nahe der Fischerkreuzung in Ehingen. Das sind, je nach Beschaffenheit des Bodens, 70 bis 100 Euro für den laufenden Meter.
"Wir wollen auf der Alb bleiben", erklärt Böhringer, warum sich die Alb-Naturenergie auf Granheim beschränkt. In Westerheim und Böhmenkirch laufen Windräder, in Suppingen bei Laichingen steht ein Solarpark. Granheim selbst soll zur Bürgersolaranlage werden, sagt Rolf Böhringer, mit einem Vorrang für die Grundstückseigentümer und für die Bewohner der Albgemeinden beim Investieren.
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Autor: ANDREAS HACKER | 30.01.2010
"Wir bleiben auf der Alb", sagt Rolf Böhringer und plant in Granheim.
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Kommentare (1)
Warum nicht statt 12 Mio. kWh 14,4 Mio. kWh ?
Die geplante Leistung von rund 12 Mio. kWh p. a. lässt sich durch eine kleine Zusatzinvestition von wahrscheinlich weniger als 50.000 € um 1,2 Mio. bis 2,4 Mio. kWh erweitern. Bei einer Einspeisevergütung von 0,3194 €/kW wäre das ein Mehrerlös von 8 Mio € bis 16 Mio. € in den geplanten 22 Jahren und eine zusätzlich Entlastung der Umwelt von 576 t bis rund 1,1 Mio. t CO2 (0,43 €/kw).Gerd Blohm
info@naturenergie-leben.de
30.01.2010