Solarparks: Heftiger Schlag
Region. Geht es nach dem Koalitionsausschuss, sind die Acker-Solarparks vor dem Aus. Das wäre für manchen in der Region ein heftiger Schlag ins Genick.
Über großflächige Solaranlagen auf Äckern ist schon viel diskutiert - und gestritten worden. Schön anzusehen sind sie auf keinen Fall, sagen die einen Kritiker. Die anderen ärgern sich darüber, dass auf Flächen, die eigentlich von der Landwirtschaft für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden sollen, Energie erzeugt wird. Und wieder andere machen sich Sorgen darüber, was mit den Anlagen geschieht, wenn sie ausgedient haben.
Momentan geht es aber um etwas anderes: Wer bislang eine großflächige Solaranlage auf dem Feld errichten wollte, konnte mit einer hübschen finanziellen Förderung rechnen. Doch nun hat der Koalitionausschuss beschlossen, dass der Zuschuss von der Jahresmitte an komplett wegfallen soll. Gesetz ist dieser Vorstoß noch lange nicht, aber ein Beschluss, der aufrüttelt.
"Das ist ein Schlag ins Genick", sagt Ralf Böhringer. Er ist Geschäftsführer der GmbH Alb-Naturenergie, die auf der Ehinger Alb auf einer Fläche von 32 Hektar einen Solarpark errichten möchte. Viel sei bereits investiert worden - doch ohne Zuschüsse gerieten die ganzen Pläne und Modelle ins Wanken. "Seit November sind wir drei, vier Tage jeden Abend unterwegs gewesen", berichtet Böhringer. Nun seien die Verträge mit den Grundstückseigentümern unter Dach und Fach - was kein einfaches Unterfangen war. Schließlich sind in Granheim 28 Grundstückseigentümer beteiligt.
"Für die Ehinger Alb, für Granheim, wäre das eine unheimliche Chance gewesen", meint Böhringer, der nach wie vor an die Idee des geplanten Bürger-Solarparks glaubt. Einen Namen hat das Projekt bereits, "Energiepark Ehinger Alb", 12 000 Kilowatt-Peak installierte Leistung sollen dort entstehen. Im Jahr könnten damit 3000 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden, erläutert Böhringer. Doch der Granheimer Solarpark ist nicht das einzige Projekt in der Region: Auch bei Deppenhausen und Kirchbierlingen sollen Anlagen auf jeweils rund 30 Hektar Fläche entstehen.
Auch für diese Standorte wurde bereits geplant, auch hier entstanden schon Kosten - Böhringer beziffert die bisherigen Ausgaben für das Projekt in Granheim auf mehr als 100 000 Euro. Baugenehmigungen für die drei Ehinger Solarparks gibt es noch lange nicht, auch der Flächennutzungsplan der Stadt Ehingen ist noch nicht entsprechend geändert. Wie Stadtbauamtschef Heinz Fiesel sagt, werde der gemeinsame Ausschuss am Donnerstag über einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss beraten. "Wir werden die Vorrangflächen ausweisen, die Ausgangslage war ja die, dass wir Anfragen hatten", sagt Fiesel. Allzu groß seien die städtischen Ausgaben bislang nicht gewesen.
Was genau auf die Investoren zukomme, sei noch nicht abzusehen, er könne sich vorstellen, "dass das ein Wettlauf mit der Zeit wird". Und die Verwaltung? "Wir können versuchen, die Verfahren so gut wie möglich zu beschleunigen, so weit es in unserer Macht steht", sagt er.
Allmendingens Bürgermeister Robert Rewitz - in seiner Gemeinde wird derzeit versucht, aus rund 150 Hektar möglicher Fläche nach sachlichen Kriterien entsprechende Gebiete zu finden - stellt fest: "Mit der Untersuchung haben wir sicher nichts in den Sand gesetzt." Denn Solarenergie sei, ob mit Förderung oder nicht, weiter ein Thema, "es bleibt politische Notwendigkeit".
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Autor: JULIA-MARIA BAMMES | 26.02.2010
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