Nie Langeweile auf der Piste
Holzelfingen. Frau Holle hat die Deutschen in den vergangenen Tagen reichlich beschenkt. Auch auf der Reutlinger Alb heißt es seitdem "Ski und Rodel gut". Etwa im einzigen Skigebiet der Schwäbschen Alb bei Holzelfingen.
Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah ist? Wer derzeit angesichts der weißen Pracht Lust bekommt, ein paar Stunden lang Berge hinab zu wedeln, der muss dafür gar nicht so weite Wege in Kauf nehmen. Denn auch am Rande der Schwäbischen Alb, nahe dem Lichtensteiner Teilort Holzelfingen, lädt alpines Flair zu stilechtem Wintersportvergnügen ein.
Mit gut drei Kilometern präparierter Pisten und sechs Abfahrten, umgeben von malerischen Wäldern, wartet hier die "Wintersport-Arena" auf. Vor gut zwei Jahren aus den bis dahin separat betriebenen Skiliften Heutal und Salach gebildet, ist durch den Zusammenschluss "das erste und einzige Skigebiet der Schwäbischen Alb" entstanden, wie Jochen Gekeler, einer der fünf Mitgesellschafter, betont.
Dafür wurden zwischen den bis dato getrennten Abfahrten Verbindungen geschaffen, die eine Menge Abwechslung garantieren. Die Salach-Piste wurde zudem während des vergangenen Sommers mit 3000 Kubikmetern Erde kräftig ummodelliert und somit etwas interessanter gestaltet. Die Besucher können sich auch in Zukunft noch auf manche Neuerung freuen, wie Gekeler verspricht.
So werde im kommenden Sommer die Verbindungsstrecke von Heutal nach Salach verbessert und auch mit Flutlicht versehen. Die nächtliche Beleuchtung ist schließlich ein Pfund, mit dem die Holzelfinger wuchern können. "Das hat einfach ein ganz anderes Flair", schwärmt Jochen Gekeler. Daneben soll auch noch die bereits bestehende "Tubing-Bahn" optimiert werden. Die Eisrinne, in der sich die Rodler auf aufblasbaren Reifen - den Tubes -in die Tiefe stürzen, sei nämlich ein klein wenig zu rasant und deshalb zu gefährlich ausgefallen. Die Strecke bleibt somit bis zur nächsten Saison gesperrt.
Auf den Spaß muss deswegen aber keiner verzichten. Die Tubes können trotzdem ausgeliehen und auf dem Rodelabhang nahe des Salach-Liftes zum Einsatz gebracht werden.
Immer mehr Menschen nutzen diese Möglichkeit wohnortnahen Wintersports, wie Jochen Gekeler bilanziert. Seit dem Zusammenschluss zur "Wintersport-Arena" legen die Besucherzahlen kräftig zu. Dafür muss aber freilich auch, so wie dieser Tage, genügend Schnee liegen. Mit etwa 20 Zentimetern herrschen durchaus befriedigende Verhältnisse, was den Liftbetreibern am vergangenen Samstag und Sonntag einen immensen Besucherandrang bescherte.
"Am Wochenende war alles überfüllt", erzählt Gekeler. Bei mehr als 2000 Skifahrern kam es dann schon mal zu Wartezeiten von 15 bis 20 Minuten an den vier Schleppliften. Und auch die an sich reichlich vorhandenen Parkmöglichkeiten wurden dann schon mal etwas knapp.
Unter der Woche dagegen herrscht eine sehr viel größere Bewegungsfreiheit auf den Hängen. Dank des Flutlichtes eignen sich die Pisten dabei auch für all jene, die sich erst nach Feierabend auf die Bretter schwingen können. Geöffnet ist eigentlich immer, wenn nur genügend Schnee liegt.
Diesen muss man freilich nicht zwingend für rasante Abfahrten nutzen. Die Holzelfinger Wintersport-Arena beinhaltet auch 16 Kilometer Langlaufstrecke und ist eine der wenigen Kombinationsloipen überhaupt. Zum Schluss treffen sich dann alle Wintersportler in einer der beiden Hütten, wo nicht nur Getränke und warme Speisen kredenzt werden, sondern wo mit entsprechender Musik auch echte Après-Ski-Atmosphäre aufkommt. So erwartet die Besucher ein rundum winterliches Gesamtpaket, bei dem jeder etwas für seinen Geschmack finden kann.
Die weiße Pracht sollte jedenfalls genutzt werden, bevor ihr die ersten Stöße vorfrühlingshafter Warmluft wieder den Garaus machen. Auch der hauptberufliche Kfz-Meister Jochen Gekeler muss spätestens dann den Pistenschlepper wieder gegen normale Autos tauschen. Freilich nur ungern, wie er sagt. Denn "das hier ist eine weit schönere Beschäftigung."
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Autor: MICHAEL BANHOLZER | 13.01.2010
Skivergnügen ohne Stress ist unter der Woche in der Wintersport-Arena Holzelfingen möglich. Foto: Michael Banholzer
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